Nistkasten Woche 2022 – Home sweet home

Unsere Nistkasten-Woche steht wieder an und wir wollen aufklären!

Das Aufhängen von Nistkästen ist ein wichtiger Bestandteil der Naturschutzarbeit. Doch warum brauchen wir Nisthilfen überhaupt? Vögel finden kaum noch Spalten und Löcher in den Wänden von Gebäuden, da diese bei Restaurierungen verputzt werden. Schlupflöcher werden versperrt, indem alte Dachziegel einfach ausgetauscht werden und auch alte Baumbestände, die bewohnbare Höhlen bieten, nehmen immer weiter ab.

Künstliche Nisthilfen sind deshalb vor allem an Orten sinnvoll, wo es an Gebäuden an Brutnischen fehlt, aber auch dort, wo keine alten morschen Bäume vorhanden sind oder es keine Naturhöhlen gibt. Nistkästen sind da eine prima Alternative und bieten einen einladenden Unterschlupf. In dieser besonderen Woche wollen wir dir ein paar nützliche Infos rund um Nistkästen an die Hand geben. Wann, wo, wie aufhängen und vor allem: Welchen brauche ich denn überhaupt?

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Wann sollte ich am besten einen Nistkasten aufhängen?

Wusstest du, dass der beste Zeitpunkt für das Aufhängen von Nistkästen der Herbst ist? Wahrscheinlich hättest du jetzt eher auf das Frühjahr getippt, oder? Ja, der Frühling ist ein guter Zeitpunkt, aber bei Weitem nicht so gut wie der Herbst. Nistkästen eignen sich nämlich hervorragend zur Überwinterung und das nicht nur für Vögel, auch kleine Säugetiere und Insekten finden hier ein Zuhause und Schutz vor Wind und Wetter.

Die Nächte werden nämlich langsam kälter und das bedeutet, dass viele unserer heimischen Gartentiere auf der Suche nach einem wärmenden Schlafplatz sind. Egal, ob Regen, Schnee oder Sturm, der Nistkasten bietet unseren Gartentieren die perfekten vier Wände, um gut durch den Winter zu kommen. Außerdem können sich Vögel im Herbst und Winter dann schon einmal mit einem möglichen Nistplatz für die bevorstehende Brutzeit vertraut machen.

Vögel müssen mit ihrer Körpertemperatur von 39 bis 42 Grad im Vergleich zu Säugetieren eine höhere Temperatur aufrecht erhalten, dadurch verbrennen sie im Winter besonders viel Körperfett und verlieren dementsprechend auch schnell an Gewicht. Viele Tiere schwächt das und eine eiskalte Nacht auf einem schutzlosen Zweig kann dann dem ein oder anderen Vogel durchaus zum Verhängnis werden. Ein Nistkasten bietet unseren gefiederten Freunden Schutz und eine warme Schlafstube. Mit dem Aufhängen eines Nistkastens kannst du also zum Lebensretter werden.

 

Tipp: Wer sich schnell bewohnte Nistkästen wünscht, sollte unbedingt auf eine naturnahe Gestaltung des Gartens achten, damit die Vögel ausreichend Nahrung finden!

 

Wie wähle ich einen geeigneten Nistkasten?

Zunächst einmal solltest du nicht wahllos irgendeinen Nistkasten kaufen. Beobachte eine Weile deinen Garten und schau, welche Vogelarten du dort vorfindest. Je nach Vogelart benötigst du schließlich einen anderen Nistkasten, um einen optimalen Brutplatz anzubieten, musst du also zunächst wissen, für welchen Vogel er geeignet sein muss. Sobald du das weißt, kannst du deinen gefiederten Freunden ein Zuhause ganz nach ihren besonderen Bedürfnissen zur Verfügung stellen.

Viele Tiere haben auf der Suche nach einer geeigneten Bleibe deutlich zu kämpfen. Eine natürliche Niststätte ist nämlich gar nicht mehr so leicht vorzufinden. Nistkästen schaffen hierbei Abhilfe! Mit einem Nistkasten hilfst du Vögeln, den geeigneten Platz für die Aufzucht ihrer Jungen zu finden. Die Ausrichtung des Einflugloches sollte zwischen Südosten und Osten sein. Achte bitte unbedingt darauf, dass Nistkästen mit offenen Fronten im Vergleich zu geschlossenen Nistkästen deutlich weniger Schutz bieten. Daher ist es erforderlich, solche halboffenen Nistkästen geschützt aufzuhängen. Ideal wären hierfür Kletterpflanzen, die Teile des Nistkastens bedecken.

Es gibt viele verschiedene Nistkästen, zum einen unterscheiden sich die Materialien, zum anderen gibt es unterschiedliche Größen an Einfluglöchern. Nicht jede Öffnung eignet sich für jede Vogelart.

  • 28mm Durchmesser - Blaumeise, Tannenmeise
  • 32mm, 34mm oder oval - Feldsperling, Haussperling, Haubenmeise, Kohlmeise, Trauerschnäpper. Gartenrotschwanz, Kleiber
  • Halboffen - Rotkehlchen, Zaunkönig, Bachstelze, Hausrotschwanz, Amsel, Grauschnäpper

Tipp: Jeder Vogel hat so seine Vorlieben, deshalb gibt es beispielsweise für Stare spezielle Nistkästen mit Auskragung im Einflugbereich. Auch Mehl- und Rauchschwalben haben ihre besonderen Präferenzen, daher gibt es besondere, von Vogelexperten entwickelte Kunstnisthilfen für diese Vogelarten, die speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten sind.

 

Wie hänge ich einen Nistkasten richtig auf?

Solltest du dich für einen Nistkasten entschieden haben, musst du natürlich noch einen geeigneten Platz im Garten oder auf dem Balkon finden. Vögel bevorzugen beispielsweise eine freie Sicht, um mögliche Gefahrenquellen schnell wahrnehmen zu können, dabei sollte es aber trotzdem kleinere Versteckmöglichkeiten und Unterschlupfe geben, damit die Vögel weniger schnell von Raubtieren bemerkt werden.

Grundsätzlich gelten folgende Tipps für die meisten Nistkästen:

  • Anbringung in 2-3 Metern Höhe
  • Einflugöffnung Richtung Osten oder Südosten
  • Hänge den Nistkasten an einen ruhigen Platz
  • Die ideale Aufhänghöhe beträgt 1,5 Meter bis 2 Meter über dem Boden
  • Unbedingt mindestens 10 Meter Abstand einhalten, wenn mehrere Nisthilfen gleicher Art angebracht werden
  • Um Bäume nicht zu beschädigen, benutze vorzugsweise Nägel aus Aluminium oder feste Drahtbügel

Tipp: Die Reinigung der Nistkästen sollte im Spätsommer erfolgen, wer diesen Termin bereits verpasst hast, muss bis Februar bzw. März warten. Im Herbst sollten die Nistkästen nämlich keinesfalls mehr gesäubert werden, da sich mit großer Wahrscheinlichkeit schon neue Bewohner in das schützende Heim einquartiert haben, nach dem die Vormieter ausgeflogen sind.

 

Was spricht für einen Nistkasten aus Holzbeton?

Nun kommen wir zu den verschiedenen Materialarten bei Nistkästen. Ein Großteil der Nistkästen ist aus Holzbeton, Holz oder Stein gefertigt. Unser großer Sieger ist in jedem Fall Holzbeton. Ein Holzbeton Nistkasten bringt gegenüber den anderen Materialien viele Vorteile mit sich und besticht insbesondere durch seine hohe Qualität und Langlebigkeit. Das atmungsaktive Material wirkt Kondensation entgegen, ist witterungsbeständig und schützt die Bewohner des Nistkastens vor Regen und Wind. Außerdem wird durch das besondere Material eine konstantere Innentemperatur gehalten.